Empfindliche, dünne oder flexible Nägel benötigen ein Aufbaugel, das zum Zustand der Naturnägel und zur gewünschten Modellage passt. Doch welches HEMA-freie Aufbaugel ist die beste Wahl?
Für flexible und dünne Naturnägel eignen sich häufig Materialien mit einer gewissen Elastizität. Für lange Modellagen und stark beanspruchte Nägel wird dagegen mehr Stabilität benötigt. Entscheidend sind deshalb nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch Härte, Viskosität, Haftung und Verarbeitung des Gels.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie ein geeignetes HEMA-freies Aufbaugel auswählen und worauf professionelle Nageldesigner bei empfindlichen Nägeln achten sollten.
Was bedeutet HEMA-frei?
HEMA ist die Abkürzung für 2-Hydroxyethyl Methacrylate. Dieser Stoff gehört zur Gruppe der Acrylate und wird in verschiedenen lichthärtenden Nagelprodukten eingesetzt.
HEMA-haltige Nagelprodukte dürfen in der Europäischen Union nur für die professionelle Anwendung angeboten werden. Bei der Verarbeitung muss der Kontakt des unausgehärteten Materials mit der Haut vermieden werden. Auch die korrekte Aushärtung in einer passenden UV-/LED-Lampe ist wichtig.
Ein Produkt mit der Kennzeichnung HEMA-frei enthält kein HEMA. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es frei von sämtlichen Acrylaten ist oder grundsätzlich keine allergischen Reaktionen auslösen kann.
HEMA-frei bedeutet deshalb nicht:
- vollständig allergenfrei;
- automatisch für jede Allergikerin geeignet;
- frei von allen Methacrylaten und Acrylaten;
- unabhängig von Lampe und Aushärtungszeit sicher anwendbar.
Die vollständige INCI-Liste sollte daher vor der Anwendung immer geprüft werden.
Welches HEMA-freie Aufbaugel eignet sich für empfindliche Nägel?
Für empfindliche, dünne oder flexible Naturnägel sollte ein HEMA-freies Aufbaugel passend zur Nagelstruktur ausgewählt werden.
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Nageltyp |
Geeignete Materialeigenschaft |
Mögliche Produktart |
|---|---|---|
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Dünne und flexible Nägel |
leicht flexibel, gute Haftung |
Builder Base oder flexibles Builder Gel |
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Normale Naturnägel |
mittlere Härte und Viskosität |
klassisches Builder Gel |
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Lange Modellagen |
hohe Stabilität |
hartes Aufbaugel oder Fiber Gel |
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Problemnägel |
kontrollierbare Verarbeitung und abgestimmte Haftung |
Builder Gel in Kombination mit geeigneter Base |
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Anfänger |
standfest oder selbstglättend, je nach Technik |
Jelly Gel oder selbstnivellierendes Builder Gel |
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Schnelle Verstärkung |
einfache Verarbeitung aus der Flasche |
Builder Gel in a Bottle |
Nicht jedes harte Gel ist für jeden Naturnagel geeignet. Wird ein sehr hartes Material auf einem stark flexiblen Naturnagel verwendet, können Spannungen und Liftings entstehen. Umgekehrt bietet ein zu flexibles Material bei einer langen Modellage möglicherweise nicht genügend Stabilität.
Flexibles Builder Gel für dünne Naturnägel
Dünne Naturnägel bewegen sich im Alltag stärker als feste Nägel. Deshalb kann ein leicht flexibles HEMA-freies Builder Gel für eine kurze bis mittellange Naturnagelverstärkung geeignet sein.
Das Material kann die natürlichen Bewegungen des Nagels besser begleiten. Wichtig ist trotzdem ein korrekt modellierter Aufbau. Auch bei kurzen Nägeln sollten Stressbereich und Apex ausreichend verstärkt werden.
Ein flexibles Builder Gel eignet sich besonders für:
- kurze Naturnagelverstärkungen;
- dünne und flexible Nägel;
- natürliche Modellagen;
- Kundinnen, die keine extreme Verlängerung wünschen.
Klassisches Builder Gel für normale Nägel
Ein klassisches HEMA-freies Builder Gel mit mittlerer Viskosität ist ein vielseitiges Material für den Studioalltag. Es lässt sich für Naturnagelverstärkungen, Korrekturen und – je nach Produkteigenschaften – auch für Verlängerungen verwenden.
Selbstnivellierende Aufbaugele erleichtern eine gleichmäßige Oberfläche. Dabei muss trotzdem darauf geachtet werden, dass das Material nicht in die Nagelränder läuft.
Ein mittelviskoses Builder Gel ist eine gute Wahl für:
- normale Naturnägel;
- kurze und mittellange Modellagen;
- Refill und Korrekturen;
- zeitsparendes Arbeiten im Studio.
Fiber Gel für zusätzliche Stabilität
Fiber Gel enthält verstärkende Fasern und bietet eine erhöhte Stabilität. Es kann bei strapazierten Nägeln, Reparaturen und stabilen Modellagen eingesetzt werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Fiber Gel automatisch für jeden empfindlichen Naturnagel die beste Lösung ist. Bei sehr flexiblen Nägeln muss geprüft werden, ob die Härte des Materials zur natürlichen Nagelbewegung passt.
Fiber Gel eignet sich unter anderem für:
- Reparaturen eingerissener Nägel;
- Verstärkung des Stressbereichs;
- stabile Naturnagelmodellagen;
- kurze bis mittellange Verlängerungen;
- Kundinnen mit hoher mechanischer Belastung.
Jelly Gel für kontrolliertes Modellieren
Jelly Gel besitzt eine standfeste, geleeartige Konsistenz. Das Material bewegt sich während der Modellage kaum und läuft nicht schnell in die Nagelränder.
Dadurch lässt sich der Aufbau besonders kontrolliert modellieren. Das ist sowohl für Anfänger als auch für Nageldesigner interessant, die mehrere Nägel gleichzeitig vorbereiten möchten.
Jelly Gel bietet Vorteile bei:
- präziser Modellage des Apex;
- Verlängerungen über Schablonen oder Dual Forms;
- Korrekturen der Nagelform;
- warmen Arbeitstemperaturen;
- langsameren Modelliertechniken.
Milky Gel für natürliche Modellagen
Milky Gel verbindet den Aufbau mit einer dezenten, milchigen Farbe. Es eignet sich für natürliche Looks, Babyboomer Nails und elegante Nude-Modellagen.
Abhängig von Härte und Viskosität kann Milky Gel zur Naturnagelverstärkung oder Verlängerung verwendet werden. Die milchige Pigmentierung macht eine korrekte Schichtstärke und vollständige Aushärtung besonders wichtig.
Milky Gel eignet sich für:
- natürliche Nagelverstärkungen;
- Babyboomer Nails;
- Milky Nails;
- dezente Studio-Modellagen;
- Designs ohne zusätzliches Farbgel.
HEMA-frei ist nicht gleich allergiefrei
Auch HEMA-freie Nagelprodukte können andere Acrylate oder Methacrylate enthalten. Deshalb dürfen sie nicht pauschal als allergiefrei oder hypoallergen bezeichnet werden.
Bei einer bekannten oder vermuteten Acrylatallergie sollte nicht selbstständig ein anderes Gel ausprobiert werden. Betroffene Personen sollten die Inhaltsstoffe ärztlich beziehungsweise dermatologisch abklären lassen.
Bereits gereizte, verletzte oder entzündete Haut darf nicht mit unausgehärtetem Nagelmaterial in Berührung kommen. Bei bestehenden Nagelerkrankungen sollte auf eine kosmetische Modellage verzichtet und eine fachkundige medizinische Einschätzung eingeholt werden.
So vermeiden Sie unnötigen Hautkontakt
Die wichtigste Regel bei der Verarbeitung lichthärtender Nagelprodukte lautet: Das unausgehärtete Material gehört ausschließlich auf die Nagelplatte.
Achten Sie deshalb auf folgende Punkte:
- Arbeiten Sie mit einer kontrollierbaren Produktmenge.
- Lassen Sie einen kleinen Abstand zur Nagelhaut.
- Entfernen Sie ausgelaufenes Material vollständig vor dem Aushärten.
- Verwenden Sie eine zum Produkt passende UV-/LED-Lampe.
- Halten Sie die angegebene Aushärtungszeit ein.
- Tragen Sie Aufbaugel nicht in zu dicken Schichten auf.
- Prüfen Sie regelmäßig den Zustand der Lampe.
- Berühren Sie die Schwitzschicht nicht mit ungeschützter Haut.
Die Europäische Kommission und ihr wissenschaftlicher Ausschuss weisen darauf hin, dass der Hautkontakt mit nicht ausgehärtetem Material vermieden werden muss. Eine sorgfältige Anwendung ausschließlich auf der Nagelplatte ist daher besonders wichtig.
Die richtige Nagelvorbereitung
Selbst ein hochwertiges HEMA-freies Aufbaugel kann Liftings entwickeln, wenn die Nagelplatte nicht korrekt vorbereitet wurde.
Eine professionelle Vorbereitung umfasst:
- hygienische Vorbereitung von Händen und Arbeitsbereich;
- vorsichtiges Zurückschieben beziehungsweise Entfernen der Nagelhaut;
- Entfernung unsichtbarer Nagelhaut von der Nagelplatte;
- sanftes Mattieren der Nageloberfläche;
- gründliche Entfernung von Feilstaub;
- Anwendung eines passenden Dehydrators;
- Verwendung von Primer oder Haftgel entsprechend dem Nageltyp;
- dünnes und kontrolliertes Auftragen der benötigten Base.
Dabei sollte die natürliche Nagelplatte nicht unnötig stark befeilt werden. Eine aggressive Vorbereitung macht Nägel nicht haftfähiger, sondern kann sie zusätzlich schwächen.
Benötigt man unter Aufbaugel eine Base?
Das hängt vom jeweiligen Aufbaugel und den Herstellerangaben ab. Einige Builder Gele verfügen über ausreichende Hafteigenschaften, während andere ausdrücklich eine Base als Zwischenschicht benötigen.
Wenn für das verwendete ProfiNails Aufbaugel eine Base vorgeschrieben ist, sollte darauf nicht verzichtet werden. Die Base muss dünn in die Nagelplatte eingearbeitet und entsprechend der Produktanweisung ausgehärtet werden.
Dehydrator, Primer und Base erfüllen unterschiedliche Aufgaben und können einander nicht beliebig ersetzen.
Wie wird ein HEMA-freies Aufbaugel richtig ausgehärtet?
Die Aushärtungszeit hängt von mehreren Faktoren ab:
- Zusammensetzung des Produkts;
- Pigmentierung;
- Stärke der aufgetragenen Schicht;
- Leistung und Wellenlängenbereich der Lampe;
- Position der Hand in der Lampe;
- Zustand der LEDs;
- Vorgaben des Herstellers.
Eine hohe Wattzahl allein garantiert keine vollständige Aushärtung. Lampe und Gel müssen technisch miteinander kompatibel sein. Verwenden Sie deshalb die empfohlene Aushärtungszeit und modellieren Sie keine unnötig dicken Materialschichten.
Fazit: Das passende Gel richtet sich nach dem Nageltyp
Für empfindliche Nägel gibt es nicht das eine Aufbaugel, das immer die beste Wahl darstellt.
Für dünne und flexible Nägel kann ein etwas flexibleres Builder Gel sinnvoll sein. Für stabile Modellagen und Reparaturen kommen härtere Aufbaugele oder Fiber Gele infrage. Jelly Gel ermöglicht besonders kontrolliertes Modellieren, während Milky Gel Aufbau und natürliche Farbe kombiniert.
Achten Sie bei der Auswahl auf:
- den Zustand und die Flexibilität der Naturnägel;
- die gewünschte Länge;
- die benötigte Stabilität;
- Viskosität und Verarbeitung;
- vollständige Inhaltsstoffliste;
- vorgeschriebene Base;
- passende UV-/LED-Lampe;
- korrekte Aushärtungszeit.
Entdecken Sie die HEMA-freien Aufbaugele von ProfiNails und wählen Sie das Material passend zu Ihrer Arbeitstechnik und den individuellen Anforderungen der Naturnägel.
Häufig gestellte Fragen
Welche HEMA-freien Aufbaugele eignen sich am besten für professionelle Nageldesigner?
Professionelle Nageldesigner sollten mehrere Materialarten passend zu unterschiedlichen Nageltypen verwenden. Ein flexibles Builder Gel eignet sich eher für kurze und bewegliche Naturnägel. Für stabile Modellagen können härtere Aufbaugele oder Fiber Gele verwendet werden. Jelly Gel bietet besonders viel Kontrolle bei der Modellage.
Sind HEMA-freie Aufbaugele für empfindliche Nägel geeignet?
Sie können eine Alternative für Personen sein, die bewusst auf HEMA verzichten möchten. HEMA-frei bedeutet jedoch nicht allergiefrei. Auch andere enthaltene Acrylate können Sensibilisierungen oder Reaktionen verursachen.
Kann man HEMA-freies Aufbaugel bei einer Allergie verwenden?
Bei einer bekannten oder vermuteten Acrylatallergie sollte kein Produkt ohne vorherige dermatologische Abklärung ausprobiert werden. Maßgeblich ist die vollständige INCI-Liste, nicht allein die Kennzeichnung „HEMA-frei“.
Wo kann man HEMA-freie Aufbaugele für Nageldesigner in Deutschland kaufen?
HEMA-freie Aufbaugele für professionelle Nageldesigner können im deutschen ProfiNails Onlineshop bestellt werden. Dort finden Sie verschiedene Konsistenzen und Materialarten für Naturnagelverstärkung, Refill und Modellage.
Muss unter HEMA-freiem Aufbaugel eine Base verwendet werden?
Das richtet sich nach dem jeweiligen Produkt. Wenn der Hersteller eine Base vorschreibt, ist sie für die korrekte Haftung notwendig. Beachten Sie immer die konkrete Produktbeschreibung.
Warum entstehen trotz HEMA-freiem Gel Liftings?
Liftings hängen nicht allein von HEMA ab. Mögliche Ursachen sind eine unvollständige Nagelvorbereitung, Hautkontakt, eine ungeeignete Base, eine fehlerhafte Statik, zu viel Material am Nagelrand oder eine unzureichende Aushärtung.

